|
Geleitwort zum Projekt
Jahrzehntelang wurden die gemeinsamen Traditionen unseres europäischen Kulturlebens von den ideologischen Gegensätzen der Blockkonfrontation überlagert.
Mit der
EU-Osterweiterung der Europäischen Union am 1. Mai 2004 haben die europäischen Staaten einen großen Schritt getan, um auch die einmal so vielfältigen und engen kulturellen Beziehungen zwischen Ost und West wieder
aufzunehmen.
Aber was wissen wir über die neuen Mitglieder, was wissen wir tatsächlich voneinander? Kennen wir uns? Ich glaube, dass Europa nur dann wirklich zusammenwächst, wenn wir mehr voneinander wissen
und lernen. Dabei schaffen wir auch ein Stück weit europäische Identität.
Ganz entscheidend hierfür ist der kulturelle Dialog, d.h. ein Dialog, der auf der Prämisse der Unterschiedlichkeit und gleichzeitigen
Toleranz fußt. Das Führen dieses Dialogs ist eng mit der Einsicht verbunden, dass kulturelle und künstlerische Produkte das Potenzial unserer Zukunft sind. Es sind Kunst und Kultur, die mit ihrer universellen
Sprache der menschlichen Kreativität die notwendige Dimension hervorbringen, ohne die der gemeinsame europäische Zukunftsentwurf unvollständig bleiben würde.
Ich freue mich daher ganz besonders, dass mit der
Ausstellungsreihe „EU expanding use“ ein Forum geschaffen wird, auf dem die Auseinandersetzung zeitgenössischer KünstlerInnen mit dem Themenschwerpunkt der EU-Erweiterung kommuniziert werden kann. Die
Ausstellungsreihe wird so zu einem einzigartigen Ort der europäischen Begegnung und des kulturellen Dialogs.
Ich danke daher allen Beteiligten für ihr beispielhaftes Kultur-Engagement und übermittle Ihnen
meine besten Wünsche zum Gelingen dieses Projektes.
Ihnen, den Besucherinnen und Besuchern der spannenden Ausstellungsreihen, wünsche ich Vergnügen und Anregung beim Dialog und der konstruktiven
Auseinandersetzung mit dem „Neuen – noch Unbekannten“.
Ihre
|
|
Grußwort zum Projekt
Die Europäische Union hat sich mittlerweile zu einer Gemeinschaft von 25 Staaten mit fast 450 Millionen Bürgerinnen und Bürgern entwickelt. Die historische Dimension und die
wirtschaftliche Bedeutung dieses Bundes sind unstrittig, dennoch gibt es vielerorts Skepsis, Desinteresse, gelegentlich sogar Misstrauen gegenüber Europa. Manche bewegt die Angst vor dem Verlust besonderer
Lebensweisen, nationaler Kulturtraditionen und nicht zuletzt auch sozialer und ökonomischer Standards. Anderen vermitteln sich die gemeinsamen europäischen Wurzeln nur rudimentär. Mit Europa zu überzeugen, das
bleibt eine große Herausforderung, zumal europäische Identität - in Verbindung, nicht in Konkurrenz zu nationaler oder regionaler Identität - nicht auf Knopfdruck oder durch Unterschrift entsteht.
Europäische Identität ist vielmehr ein Zukunftsprojekt, sie entsteht durch Erfahrung, durch das Leben in Europa; befördert werden kann sie durch aktive Begegnung, durch den intensiven Austausch und durch die
kreative Auseinandersetzung mit dem Fremden und dem Eigenen, auch mit dem eigenen Unbehagen. Projekte wie die Ausstellungsreihe „EU expanding use“ fördern das grenzüberschreitende Kennenlernen, den kulturellen
Dialog und die interkulturelle Annäherung. Kunst öffnet mit ihren spezifischen Erkenntnisformen und Ausdrucksmöglichkeiten die Perspektive über den eigenen Horizont hinaus. Gerade die Besonderheit von Kunst und
Kultur, die intensive Vernetzung von Tradition und Innovation, kann zum Symbol werden für europäisches Bewusstsein, für europäische Identität. Deshalb wünsche ich dieser Ausstellungsreihe sehr viel Erfolg und eine
große Resonanz bei den europäischen Bürgerinnen und Bürgern.
Ute Erdsiek-Rave Präsidentin der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland
|
|
Grußwort zum Projekt
Die Länder des europäischen Kontinents wachsen immer mehr zusammen, und dabei spielen Kunst und Kultur eine Schlüsselrolle. Denn nur auf dem Fundament der Kultur entsehen
Werte, Orientierungen, Identitäten. Und nur, wer sich seiner selbst gewiss ist, kann neugierig und offen auf andere zugehen.
Deshalb braucht die europäische Gemeinschaft mündige Bürger, die sich nicht nur ihrer Heimat, ihrer Nation zugehörig fühlen, sondern darüber hinaus ein Bewusstsein für ihre
Identität als Europäer haben. Unser Ziel muss ein einiges Europa der Vielfalt sein. Damit ist schon das Wesentliche gesagt: Eine europäische Identität kann es nur geben, wenn die Besonderheiten nationaler und
regionaler Kulturen geachtet werden.
Andere Kulturen zu achten setzt zunächst einmal voraus, sie zu kennen. Deswegen müssen wir die Kulturbeziehungen zwischen Deutschland und vor allem den neuen
EU-Beitrittsländern weiter ausbauen. Nicht zuletzt aus diesem Grund freue ich mich über das Projekt “EU expanding use”. In Form von Wechselausstellungen in Deutschland und den anderen teilnehmenden Ländern trägt
es auf beispielhafte Weise zum Kulturaustausch bei.
Die europäische Idee braucht Leben, Enthusiasmus und Phantasie, wenn sie weiterhin begeistern soll. Deshalb wünsche ich dem Projekt
“EU expanding use”
nachhaltigen Erfolg.

Bernd Neumann, MdB
Staatsminister bei der Bundeskanzlerin Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien |